BadeseenDE · AT

Badeseen in Deutschland

In Deutschland darf man in natürlichen Seen grundsätzlich baden, wo es nicht verboten ist. Hier steht, warum das so ist, welche Regionen sich unterscheiden und wo die amtlichen Werte zu finden sind.

Schluchsee im Schwarzwald mit blühenden Lupinen am Ufer
Schluchsee, Hochschwarzwald · Foto: Elfriede Birkenmayer, CC0

Baden ist in Deutschland Gemeingebrauch

Wer in Deutschland in einem natürlichen See baden will, braucht dafür keine Erlaubnis. Das Wasserhaushaltsgesetz verweist in § 25 auf den Gemeingebrauch, den die Länder in ihren Wassergesetzen regeln. In Bayern zählt Art. 18 des Bayerischen Wassergesetzes das Baden ausdrücklich dazu, ebenso das Befahren mit kleinen Booten ohne Motor. Ausgenommen sind Schilf- und Röhrichtzonen, und gebadet wird auf eigene Gefahr.

Verboten sein kann das Baden trotzdem: in Naturschutzgebieten, in Häfen, an Stauanlagen oder dort, wo eine Gemeinde es per Allgemeinverfügung untersagt. Ein Schild am Ufer geht also immer vor.

Freier Zugang zum Ufer

Bayern geht einen Schritt weiter. Art. 141 Abs. 3 der Bayerischen Verfassung verpflichtet Staat und Gemeinden, den Zugang zu Bergen, Seen und Flüssen freizuhalten und notfalls durch Eigentumsbeschränkungen freizumachen. Das Verwaltungsgericht München hat diesen Anspruch 2024 als Grundrecht bestätigt. Viele große bayerische Seen gehören zudem dem Freistaat und werden von der Schlösser- und Seenverwaltung betreut.

Strandbäder mit Kasse, Kiosk und Badeaufsicht gibt es trotzdem überall. Sie kosten oft Eintritt; die Badestellen daneben sind meist frei, aber unbewacht.

Die Badeseen-Regionen in Deutschland

RegionSeetypBeispiele
OberbayernVoralpenseen, tief und klar, 500–1.000 m hochStarnberger See, Ammersee, Chiemsee, Walchensee, Eibsee
Mecklenburgische SeenplatteFlachlandseen der Eiszeit, kaum über dem MeerMüritz und zahlreiche kleine Seen
SchwarzwaldHochlagen um 850–930 m, ein StauseeTitisee, Schluchsee
BodenseeGroßsee an der Grenze zu Österreich und der Schweiz173 km deutsches Ufer in Baden-Württemberg und Bayern
BrandenburgKlarwasserseen in Wald und Heide, Tagebauseen in der LausitzGroßer Stechlinsee, Scharmützelsee, Senftenberger See

Schwarzwald, Bodensee und Brandenburg

Der Titisee liegt auf rund 846 m und ist nährstoffarm und klar; am Ufer gibt es ein Strandbad und Badestellen. Der benachbarte Schluchsee ist mit 930 m noch höher gelegen und ein Stausee, dessen Wasserstand schwanken kann. Beide werden auf der Badegewässerkarte der LUBW geführt; dort stehen die aktuellen Proben.

Der Bodensee erreicht in der Seemitte im August Werte um 22 bis 24 °C, Buchten und der Untersee können bis zu zwei Grad wärmer sein. Das meldet die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB). Für Stand-up-Paddler gilt die Bodensee-Schifffahrts-Ordnung: Das Brett muss mit Name und Adresse gekennzeichnet sein, und wer sich mehr als 300 m vom Ufer entfernt, braucht eine Rettungsweste.

In Brandenburg ist der Große Stechlinsee mit rund 70 m der tiefste See des Landes; er liegt in einem Naturschutzgebiet, gebadet wird an den ausgewiesenen Stellen. Die Seen des Lausitzer Seenlands sind geflutete Tagebaue. Dort gilt besonders streng: nur an freigegebenen Badestellen ins Wasser, gesperrte Uferbereiche nicht betreten.

Anlegesteg mit schmiedeeisernem Tor am Titisee bei Sonnenuntergang
Titisee im Hochschwarzwald · Foto: Elfriede Birkenmayer, CC0
Ufer des Großen Stechlinsees mit Totholz im Wasser und bewaldetem Gegenufer
Großer Stechlinsee · Foto: Leonhard Lenz, CC0