Sicher baden im See
Seen sind anders als Schwimmbecken: kaltes Tiefenwasser, lange Wege zum Ufer, im Spätsommer manchmal Blaualgen. Was Wasserrettung und Behörden raten.

Die Baderegeln in Kurzform
DLRG in Deutschland und die Österreichische Wasserrettung in Österreich geben fast gleichlautende Baderegeln heraus. Die wichtigsten für Seen:
- Nur baden, wenn man sich wohlfühlt, und nicht allein. Jemandem Bescheid geben, wohin man schwimmt.
- Vor dem Baden abkühlen. Nicht mit erhitztem oder verschwitztem Körper ins Wasser springen.
- Nicht mit ganz vollem oder ganz leerem Magen schwimmen.
- Nichtschwimmer nur bis zum Bauch ins Wasser. Schwimmhilfen schützen nicht vor dem Ertrinken.
- Nur an erlaubten Stellen baden. Nur in Wasser springen, das tief genug und bekannt ist.
- Bei Gewitter, Dunkelheit und hohen Wellen sofort aus dem Wasser.
- Niemanden untertauchen oder schubsen. Nicht grundlos um Hilfe rufen, aber anderen helfen.
Die Österreichische Wasserrettung rät zusätzlich, nicht zu baden, wenn man friert. Unsicheren Schwimmern und älteren Menschen empfiehlt sie eine Schwimmboje.
Kaltes Tiefenwasser und Kälteschock
Seen sind im Sommer geschichtet. Oben liegt eine warme Schicht, darunter wird es schnell kalt, am Grund tiefer Seen bleibt das Wasser das ganze Jahr nur wenige Grad warm. Wer von der warmen Oberfläche in kaltes Wasser gerät oder erhitzt hineinspringt, riskiert einen Kälteschock: Atmung und Herzschlag können aus dem Takt geraten. Darum gilt: langsam ins Wasser gehen, nicht springen, und bei Bergseen wie Walchensee, Achensee oder Hallstätter See, die auch im Hochsommer selten über 20 bis 22 °C erreichen, nahe am Ufer bleiben.
Blaualgen erkennen
Blaualgen (Cyanobakterien) können sich in warmen, nährstoffreichen Seen stark vermehren. Anzeichen sind grünliche oder blaugrüne Trübung, Schlieren und Teppiche an der Oberfläche; die AGES nennt auch eine Sichttiefe unter einem Meter als Warnzeichen. Das Umweltbundesamt empfiehlt die Knie-Probe: bis zu den Knien ins Wasser gehen. Sieht man die eigenen Füße nicht mehr, dort nicht baden.
Wer Wasser mit Blaualgen schluckt, kann Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Hautausschläge bekommen. Für Hunde können Blaualgen tödlich sein. Kinder und Hunde deshalb von solchen Stellen fernhalten, nach dem Baden duschen und Badesachen ausspülen.
Badedermatitis durch Zerkarien
Juckende rote Pusteln nach dem Baden gehen oft auf Zerkarien zurück, Larven von Saugwürmern, deren eigentliche Wirte Wasservögel sind. Laut LGL Bayern treten sie von Juni bis September auf, am häufigsten von Juli bis Anfang August. Der Ausschlag klingt meist nach 10 bis 20 Tagen ab. Vorbeugen lässt sich so: nicht lange im flachen, warmen Uferwasser bleiben, Wasserpflanzen meiden, nicht frühmorgens baden, lieber im tieferen Wasser schwimmen und sich danach gründlich abtrocknen.
Bewachte und unbewachte Badestellen
Die meisten Naturbadestellen sind unbewacht. In Deutschland besetzen Wasserwacht und DLRG ehrenamtlich Wachstationen, vor allem an Wochenenden und Feiertagen zwischen Mai und September. In Österreich übernimmt die Österreichische Wasserrettung die Überwachung vieler Seen und Bäder. Strandbäder haben meist eigenes Aufsichtspersonal.