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Badeseen in Österreich

Das Baden ist in Österreich frei, das Ufer oft nicht. Warum man an vielen Seen ins Strandbad geht, welche Bundesländer welche Seen haben und wo die Messwerte stehen.

Achensee mit türkisem Wasser und Uferweg bei Pertisau
Achensee bei Pertisau, Tirol · Foto: Stephan van Helden, CC BY-SA 4.0

Das Wasser ist frei, das Ufer oft nicht

In Österreich ist das Baden in öffentlichen Gewässern durch § 8 des Wasserrechtsgesetzes geregelt: Der gewöhnliche Gebrauch ohne besondere Vorrichtungen, insbesondere das Baden, ist unentgeltlich und ohne Bewilligung erlaubt. Das Problem ist der Weg ins Wasser. An vielen Seen gehört ein großer Teil des Ufers Privatleuten, Hotels oder Vereinen.

Eine Erhebung der Rechercheplattform Addendum aus dem Jahr 2019 hat die zwölf größten Seen untersucht: Nur rund 14 % ihrer Ufer waren öffentlich zugänglich, die Hälfte wurde privat genutzt, der Rest war Wald, Schilf oder Fels. Am Wörthersee waren es nach dieser Erhebung rund 9 % öffentliches Ufer. Andere Auswertungen kommen je nach Methode zu etwas anderen Zahlen; das Bild ist aber überall ähnlich.

Daraus folgt der wichtigste praktische Unterschied zu Deutschland: Wer in Österreich an einem großen See baden will, geht meist in ein Strandbad und zahlt dort Eintritt. Daneben gibt es Gemeindebadeplätze und Naturbadeplätze; die Österreichischen Bundesforste betreuen nach eigenen Angaben rund 70 frei zugängliche Badeplätze an ihren Seen und haben zuletzt neue Zugänge etwa am Wörthersee und am Weissensee geöffnet.

Badeseen nach Bundesland

BundeslandCharakterBeispiele
Kärntendie wärmsten Alpenseen, viele StrandbäderWörthersee, Millstätter See, Faaker See, Weissensee, Klopeiner See
Salzkammergut (OÖ, Salzburg, Steiermark)klare, tiefe, eher kühle SeenAttersee, Mondsee, Wolfgangsee, Traunsee, Fuschlsee, Hallstätter See
Tirolhoch gelegene, kalte BergseenAchensee, Plansee
SalzburgGebirgsseen mit BergblickZeller See
Burgenlandflacher Steppensee mit SchilfgürtelNeusiedler See

Tirol: Achensee und Plansee

Der Achensee ist der größte See Tirols, liegt auf 929 m und ist bis zu 133 m tief. Sein Wasser erreicht kaum je 20 °C, selten bis 22 °C. Boote mit Verbrennungsmotor sind verboten. Anders als an vielen Kärntner Seen ist hier ein großer Teil des Ufers öffentlich zugänglich.

Abgedecktes grünes Ruderboot auf dem grünen Wasser des Plansees, von oben fotografiert
Plansee in Tirol · Foto: Markus Spiske, Unsplash

Der Plansee bei Reutte liegt mit 976 m noch höher. Er dient als Speicher für ein Kraftwerk; im Winter kann sein Pegel um bis zu fünf Meter sinken.

Salzburg: Zeller See

Der Zeller See in Zell am See liegt auf 750 m und wird im Sommer etwa 18 bis 24 °C warm. Rund die Hälfte seines Ufers gilt als öffentlich zugänglich, was für Österreich viel ist.

Zeller See mit Uferbäumen und dem Steinernen Meer im Hintergrund
Zeller See · Foto: GT1976, CC BY-SA 4.0

Burgenland: Neusiedler See

Der Neusiedler See ist ein Sonderfall: Er ist rund 320 km² groß, aber im Mittel nur etwa einen Meter tief. Fast die Hälfte seiner Fläche ist Schilf. Gebadet wird in den Seebädern der Uferorte, die meist Eintritt verlangen. Podersdorf ist der einzige Ort, an dem man ohne Schilfgürtel direkt ins Wasser kommt. Im Sommer liegt die Wassertemperatur im Mittel bei 22 bis 23 °C.